Große Erfolge! Bronze in der Teamwertung, Silber im Fahrerklassement und Gold für den besten Junioren

Die allererste ADAC GT4 Germany Saison in der Ära des Motorsports ist seit letztem Wochenende Geschichte. Das RN Vision STS Racing Team beendet diese aufregende Saison ähnlich erfolgreich, wie sie begonnen hat: Mit einem Eintrag in die Motorsportgalerie als drittbestes Rennteam, Platz zwei für Marius Zug und Gabriele Piana in der Fahrerwertung und dem Junioren-Titelgewinn für den jungen Nachwuchsfahrer Marius. Unser Herzschlagfinale im Überblick:

Mit 18 Punkten Vorsprung zum Sachsenring

Dass es die beiden finalen Läufe auf dem Sachsenring in sich haben werden, wusste das Team bereits vorher – und das, obwohl man mit einem komfortablen 18-Punktevorsprung angereist war. Dennoch: Ein Test im Vorfeld fehlte und somit wichtige Erfahrungen und Daten, zudem wurde der Motor des Einsatzwagens getauscht und verkürzte somit die Vorbereitungszeit. Hürden, die man in Kauf nahm und trotzdem alles gab, um am Ende als Meister hervorzugehen. Doch bekanntlich kommt es immer anders, als man denkt. Die beiden Freitagstrainings wurden unter regnerischen Wetterbedingungen ausgetragen, was die Vorbereitung auf zu erwartende trockene Bedingungen im Rennen, zusätzlich erschwerte. Doch guten Mutes startete man ins erste Qualifying am Samstagmorgen. Auf der noch leicht feuchten Strecke klemmte sich Marius Zug hinter das Steuer des BMW M4 GT4. Er musste erst wieder Vertrauen zu seinem Renngefährt gewinnen und setzte auf „no risk“ im Zeittraining, was ihm schlussendlich die 21. Startposition einbrachte.

Rennen eins beschreibt Teamchef Veit-Valentin Vincentz mit folgenden Worten: „Das war mit Abstand das Rennen der Saison, welches ich mit der absolut höchsten Anspannung und Nervosität verfolgte.“ Immerhin ging es um den allerersten Meisterschaftstitel in der Geschichte der ADAC GT4 Germany! Der Rennverlauf begeisterte die Zuschauer Zuhause vor dem Fernseher genauso wie die Fans vor Ort. Die Aufholjagd konnte beginnen! Ein „Raketenstint“ von Marius, spülte ihn in der ersten Hälfte bis auf Position 10 nach vorne. Als Gabriele nach dem Boxenstopp übernahm, kämpfte er sich Position für Position weiter durch das Feld, als es mitten im KTM-Rudel, in der vorletzten Runde, auf Position 4 liegend zur Szene des Rennens kam: an einer Stelle die denkbar ungeeignet ist zum Überholen, setzte der dahinter liegende KTM an… Gabriele wurde am Heck getroffen und drehte sich bei 150 km/h! Allen stockte der Atem! Das Können des Fahrers und etwas Glück im Verkehr verhinderte eine Kollision mit weiteren Fahrzeugen. Gabi schaltete sich sofort wieder in das Renngeschehen ein und belegte am Ende den achten Platz. Wichtige Punkte für den finalen Lauf! Denn die Verfolger gewannen das erste Rennen, sodass der Vorsprung auf nunmehr nur noch vier Punkte geschrumpft war. Das Rennresümee des Teamchefs: „Im Qualifying lief es nicht optimal, was jedoch Marius im Rennen schnell wettmachen konnte. Er ist so weit nach vorne gekommen und hat mit Löwenherz gekämpft! Gabi hat einfach in mittlerweile gewohnter Manier seinen Stint perfekt, professionell und vor allem fair abgespult. Beide Fahrer haben eine Topleistung geliefert und das Maximum herausgeholt. Leider hatten wir eine Kollision, was uns wichtige Punkte gekostet hat.“

Herzschlagfinale am Sonntag

Stammfahrer Gabriele Piana ergatterte für den zweiten Lauf Startposition acht im zweiten Qualifying. Jetzt hieß es: Alles oder nichts! Die gegnerischen KTMs waren an diesem Wochenende die stärksten im Feld.

Zum letzten Mal hieß es in der ADAC GT4 Germany in diesem Jahr: „Fahrer, starten Sie die Motoren“. Zum letzten Mal bogen die Rennboliden in Formation auf die Startgerade ein, ehe die Ampeln auf grün schalteten – Gänsehaut im RN Vision STS Racing Team. Hatte man in dieser Saison doch so viele Rückschläge wegstecken müssen. Und immer wieder wurde geschraubt, wieder aufgestanden und weitergemacht. Niemals wurden die Köpfe hängengelassen. Und jetzt der große Showdown!

Beim Start schien alles glatt zu laufen. Doch nach einer ersten Safety Car Phase entpuppte sich das Drama: Nach dem Restart kollidierte Gabriele Piana mit einem KTM, der ihm unsanft ins Heck fuhr. Piana´s BMW verlor Leistung und die Rundenzeiten stagnierten. Über Funk kam die Meldung „Vibrationen und keine Leitung“. Jedoch noch sah es gut aus im Rennverlauf. Gabriele war zwischenzeitlich auf Position 4 nach vorn gefahren. Dann in Runde 10 die Ernüchterung: Auf den Monitoren wurde das Fahrzeug mit Warnblinkanlage und langsamer Fahrt auf der Strecke gezeigt! Parallel der Funkspruch: „Engine failure!“. Kurz darauf bog der BMW in die Box. Das Team stellte schnell fest: Die krummgedrückte Abgasanlage war der Auslöser für die fehlende Motorleistung und das Aggregat lief unrund und nicht auf allen Zylindern. Die Hoffnungen auf den Meistertitel waren mit einem Mal alle zunichte gemacht. „Wir wurden leider jeglicher Chance beraubt, in den Titelkampf aktiv einzugreifen!“ so der Teamchef. „Wir hätten gerne die Chance gehabt, im Rennen um die Meisterschaft mit zu fahren. Somit konnten wir nur niedergeschlagen am Bildschirm das Unvermeidliche mitverfolgen. Ein bitter-süßes Rennwochenende.“

Ein Trost bleibt: Nach dieser Saison ist das RN Vision Racing Team als drittbeste Mannschaft geehrt worden. Zudem nahmen Gabriele Piana und Marius Zug die Silbermedaillen der Fahrerwertung entgegen. Außerdem konnte unser jüngstes Teammitglied, Marius, die Juniorenwertung für sich behaupten und wir gratulieren unserem frischgebackenem Champ!

„Jeder andere würde sagen: Wow, eine super erfolgreiche Saison. Das war sie auch definitiv! Wir haben Dinge auf die Beine gestellt, die wirklich aller Ehren wert sind. Ein ganz großes Lob an das gesamte Team, das wir das geschafft haben. Ich bin mega stolz auf das ganze Projekt!“

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